HR nach Corona: Mit Vertrauen zum Unternehmenserfolg

Die Corona-Pandemie hat neuartige Herausforderungen für Beschäftigte mit sich gebracht. Führungskräfte setzen daher auf Vertrauen, um dem Wunsch der Arbeitnehmer:innen, nach einer ganzheitlichen Unterstützung durch ihren Arbeitgeber, nachzukommen. Dabei kommt vor allem digitalen Unterstützungsangeboten eine immer wichtiger werdende Rolle zu.

Die Corona-Pandemie trägt dazu bei, dass Führungskräfte ein neues Verantwortungsbewusstsein für ihre Mitarbeitenden entwickeln. Einer kürzlich von Accenture durchgeführten Studie zufolge sorgen sich demnach inzwischen 50 % der C-Level Manager:innen um das ganzheitliche Wohlergehen ihrer Teams. Sechs Monate zuvor lag diese Zahl bei 35 %. Damit rücken neben beruflichen Herausforderungen auch private Anliegen der Beschäftigten in den Fokus. Der Anstieg lässt sich unter anderem dadurch erklären, dass Mitarbeitende in unsicheren Zeiten mehr Unterstützung von Arbeitgebenden erwarten. Gleichzeitig möchten Führungskräfte in Zeiten der Pandemie – und vor allem auch darüber hinaus – die richtige Unterstützung bereitstellen, um das Wohlbefinden und damit den Teamerfolg zu sichern.

In diesem Zuge gewinnt die Rolle von CHROs und HR Manager:innen zunehmend an Bedeutung. Mit einer modernen und vorausschauenden Herangehensweise können sie dazu beitragen, dass sich Mitarbeitende sicher, beschäftigt, unterstützt und gleichberechtigt fühlen. Hierbei ist Vertrauen der Schlüssel zu einer Kultur, in der sich Teams wohlfühlen und der Unternehmenserfolg steigt.

Banner: HR Start-up Award Gewinner 2021, Simon Tschürtz, steht mit der Trophäe auf der Bühne, umringt von Mitgliedern der Jury.
2021 gewann Simon Tschürtz, CEO von 100 Worte, den HR Start-up Award. Bist Du 2022 an der Reihe?

 

Was Mitarbeitende jetzt erwarten

In Krisenzeiten wie diesen wünschen sich Mitarbeitende eine ganzheitliche Unterstützung von ihrem Arbeitgeber. Ihre Bedürfnisse sind dabei vielfältig und lassen sich auf drei Ebenen differenzieren:

  • individuelle Bedürfnisse: körperlich, finanziell, emotional & mental, arbeitsfähig
  • zwischenmenschliche Bedürfnisse: beruflich, privat
  • kollektive Bedürfnisse: sinnstiftend

Während für viele Unternehmen vor der Pandemie die Arbeitsfähigkeit und finanzielle Sicherheit ihrer Mitarbeitenden im Fokus stand, wird inzwischen deutlich, dass alle hier genannten Ebenen einen bedeutsamen Einfluss auf das Wohlergehen und Potenzial von Arbeitnehmenden haben: Ganze 64 % der Leistung von Mitarbeitenden wird durch diese Bedürfnisse beeinflusst.

Diese Erkenntnisse ermöglichen CHROs und HR Manager:innen, die Unterstützung ihrer Teams neu und zeitgemäß zu denken. Sie haben jetzt die Chance, Angebote neu zu kalibrieren und das Vertrauen ihrer Mitarbeitenden in jene Angebote langfristig zu stärken.

Studien zufolge hilft ausgeprägtes Vertrauen dabei nicht nur der Belegschaft, sondern führt auch zu einem gesteigerten Unternehmenserfolg. Führungskräfte, die persönliche und vertrauensvolle Beziehungen zu ihren Teammitgliedern aufbauen, beobachten demnach bessere Leistungen.

Wegweisende CHROs und HR Manager:innen gefragt

CHROs und HR Manager:innen sind der Motor für wichtige Entwicklungen in der Unternehmenskultur und können dafür sorgen, dass sowohl die Belegschaft als auch das Unternehmen nach der Pandemie besser dastehen. Um Vertrauen zu schaffen und den ganzheitlichen Bedürfnissen ihrer Mitarbeitenden zu entsprechen, müssen sie hierzu auch das HR Management nach Corona ganzheitlich betrachten:

Proaktive und flexible Angebote schaffen

Unterstützungsangebote für Mitarbeitende müssen sich mit immer wechselnden Umständen weiterentwickeln. CHROs und HR Manager:innen, die ihre Angebote kontinuierlich anpassen und verbessern, beobachten die besten Ergebnisse. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie ist Flexibilität gefragt, um die vielfältigen Bedürfnisse auf den zuvor genannten Ebenen abzudecken.

Ein digitales Ohr für die Anliegen von Mitarbeitenden

Unternehmen, die Technologien nutzen, um die Anliegen ihrer Mitarbeitenden zu verstehen und schnell auf sie zu reagieren, gelingt dies am besten. Sie wenden digitale Kommunikationswege an, die Mitarbeitenden eine Stimme geben und gleichzeitig Trends erkennen lassen. Aufgrund der vermehrten Arbeit aus dem Home-Office wird dieser Punkt in Zukunft noch wichtiger. Die gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen gezielte Gesundheits- und Personalentwicklungsmaßnahmen und stärken auf diese Weise das Vertrauen in das Angebot. Studien zeigen, dass 92 % der Arbeitnehmenden damit einverstanden sind, wenn der Arbeitgeber Nutzungsdaten sammelt, sofern dies ihre Produktivität und ihr Wohlbefinden steigert.

Die richtigen Tools für HR Management nach Corona

Wenn es darum geht, HR Maßnahmen ganzheitlich zu betrachten und an die Bedürfnisse der Mitarbeitenden anzupassen, können digitale Tools die Umsetzung also stark vereinfachen. Je nach Funktionsumfang helfen sie dabei, Angebote zu bündeln und leichter zugänglich zu machen, sodass alle Mitarbeitenden rund um die Uhr erreicht werden können. Was ist also nötig, damit digitale Tools in diesem Bereich einen echten Mehrwert schaffen? Dies erfasste eine Kundenumfrage des Berliner Software Unternehmens Evermood. Dabei waren die meist genannten Aspekte und Funktionalitäten:

1 . Prävention durch digitale Wissensvermittlung

Digitale Tools und Plattformen können den Bekanntheitsgrad sowie die Nutzung der Beratungs- und Hilfsangebote steigern, indem sie diese an einem zentralen Ort bündeln. Sie sollten multimediale Beiträge bereitstellen, die ratsuchenden Mitarbeitenden erste Hilfe bieten, noch bevor schwerwiegende Probleme entstehen. Die jeweilige Lösung sollte zudem weitestgehend individualisierbar sein, sodass genau die Inhalte platziert und kommuniziert werden, die für die eigene Belegschaft relevant sind. Hierzu können beispielsweise Inhalte der Betriebsvereinbarung, hausinterne Gesundheitsvideos und Seminare gehören. So erhalten Mitarbeitende jederzeit und von überall das richtige Wissen, um Probleme frühzeitig zu erkennen und eigenständig zu lösen.

2 . Vernetzung zu Ansprechpersonen

Bestimmte Anliegen lassen sich nicht selbstständig und digital lösen. In diesen Fällen wird eine persönliche Beratung notwendig. Digitale Unterstützungsangebote sollten Mitarbeitenden die Möglichkeit eröffnen, schnellstmöglich die richtige Ansprechperson zu finden und sich mit ihr zu vernetzen. Auch hier sollte auf die Individualisierbarkeit der Lösung geachtet werden, sodass sowohl interne Vertrauenspersonen als auch externe Anlaufstellen wie psychologische Beratungen integriert werden können. So finden Mitarbeitende auch bei einer Vielzahl von Unterstützungsangeboten immer die richtige Ansprechperson.

3 . Fortlaufende Analysen

Eine weitere Anforderung an digitale Tools: Sie sollten kontinuierlich Zahlen über das Nutzungsverhalten der Nutzer:innen liefern. Detaillierte Analysen und eine lückenlose Dokumentation der eingehenden Anfragen sowie der Auslastung aller Anlaufstellen helfen CHROs und HR-Manager:innen gleich mehrfach:

Zum einen können sie Gefahren, Trends und Potenziale frühzeitig erkennen und handeln, bevor  schwerwiegende Probleme entstehen. Zum anderen können sie dort, wo Mitarbeitende bereits starken Belastungen ausgesetzt sind, sinnvolle und gezielte Maßnahmen zur Unterstützung der Mitarbeitenden ableiten. Hierbei ist besonders wichtig, dass personenbezogene Daten anonymisiert und DSGVO-konform verarbeitet werden.

Fazit

Die Corona-Pandemie hat verdeutlicht, dass sich Mitarbeitende eine ganzheitliche und zeitgemäße Unterstützung von Arbeitgebenden wünschen. Führungskräfte haben diesen Wunsch bereits erkannt und sorgen sich nicht mehr nur um die beruflichen, sondern auch um die privaten Anliegen ihrer Teammitglieder. Dabei gilt es, Hilfsangebote zu schaffen, die so vielfältig sind, wie die Bedürfnisse der Beschäftigten selbst. Aufgrund neuartiger Herausforderungen und des Shifts zu vermehrter Arbeit aus dem Home-Office sind hierbei vor allem digitale Kommunikationswege und Unterstützungsangebote in den Vordergrund gerückt. Richtig eingesetzt helfen sie CHROs und HR Manager:innen, bestehende Angebote zu bündeln, sie effektiver zu kommunizieren und Mitarbeitende orts- und zeitungebunden zu erreichen. Auf diese Weise schützen sie die Gesundheit der Beschäftigten auf der einen und den Unternehmenserfolg auf der anderen Seite.

Der Autor:

Hakan Housein ist studierter Medienwissenschaftler und Content Manager beim Berliner HR-Tech Evermood. Dort widmet er sich den Themen Mitarbeiterunterstützung, Unternehmenskultur und betriebliche Gesundheitsförderung. Er schreibt regelmäßig über Trends in den Bereichen HR- und Gesundheitsmanagement und bespricht diese gemeinsam mit Expert:innen im Evermood Podcast für Mitarbeitergesundheit.

Kontakt: hakan@evermood.com

 

Ähnliche Artikel

Schreibe den ersten Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.