Analytics FOR the people: Können Daten unsere (Arbeits)-Welt retten?

Als wir 2016 mit Tandemploy den HR Start-up Award gewonnen haben, ging es vor allem um Jobsharing. Heute stellen wir die Frage, wie wir als Menschen zukünftig zusammenleben und -arbeiten. Die Zeit der New Work-Buzzwords ist vorbei! Wir brauchen neue Konzepte von Gemeinschaft, Zusammenarbeit, Verantwortung und Wachstum. Technologie ist dabei ein wertvoller Treiber – wenn wir sie sinnvoll nutzen.

New Work und Daten: die Post-Buzzword-Phase hat begonnen

Was hat New Work mit Daten zu tun? Ist die Idee von New Work nicht die, dass wir eben keine reinen Nummernwesen sind, sondern Individuen mit Bedürfnissen und Fähigkeiten, die gesehen werden wollen?

Rückblende – HR Start-up Award 2016. Tandemploy ist zu dem Zeitpunkt vor allem als Jobsharing-Plattform bekannt. Menschen, die sich eine Stelle teilen wollen, können hier passende Tandempartner*innen finden. Gleichzeitig haben Unternehmen, die offen für neue, kollaborative Arbeitsformen sind, eine Anlaufstelle, um Menschen mit einem entsprechenden Mindset zu finden und für sich zu gewinnen. Fünf Start-up-Awards später hat die Diskussion über New Work, ein gutes Arbeitsleben und die Bedeutung von Technologie in diesem Zusammenhang ein neues Niveau erreicht. Wir sind in der Post-Buzzword-Phase angekommen, auch, weil Automatisierung, demografischer Wandel und Klimawandel einen spürbaren Veränderungsdruck erzeugen. Und auch bei Tandemploy setzen wir uns intensiv mit der Frage auseinander, wie eine Gesellschaft, die sich selbst “Wissensgesellschaft” nennt und um all die Probleme in der (Arbeits-)Welt, weiß, angemessen darauf reagieren sollte – und welchen Beitrag wir als Start-up konkret dazu leisten können. Im Zuge dieser Auseinandersetzung haben wir nicht nur unser Produkt erweitert, sondern sind auch tiefer in die Frage eingestiegen, wie wir Haltung und Kultur mit der Technologie synchronisieren.

Auch 2020 wird es beim HR Start-up Award einen Sieger geben – virtuell oder analog gekürt. Insofern: Jetzt noch bewerben!

Von vernetzten Organisationen profitieren alle 

Unser Ansatz: “Inneres Wachstum” als Gegenkonzept zu einer Wirtschaft, die Mensch und Erde erschöpft. Inneres Wachstum beginnt bei den eigenen Mitarbeitenden und dem, was sie können und wollen. Indem Unternehmen das nutzen, was da ist und daraus Mehrwert für alle generieren, folgen sie einem zutiefst nachhaltigen Prinzip – in jeglicher Hinsicht: Vernetzte Kolleg*innen arbeiten besser, schneller und produktiver zusammen. Sie lernen von- und miteinander, entwickeln sich fachlich und persönlich weiter, übernehmen Verantwortung und spüren Selbstwirksamkeit. Kollaboratives Arbeiten heißt dann in letzter Konsequenz auch, weniger zu arbeiten, Aufgaben zu teilen, flexibel auf Lebensphasen und -situationen zu reagieren und so allen die Möglichkeit und die Zeit zu geben, ein bewusstes, verbundenes und ressourcenschonendes Leben zu führen. Davon profitieren nicht nur die Menschen als soziale und fühlende Wesen, sondern – ganz nüchtern betrachtet – auch die Produkte, die dabei entstehen und damit die Unternehmen, die sie produzieren, und sich so ihren Platz in der Welt von morgen sichern.

Gute Daten als Treiber von “innerem Wachstum”

Und wie kommen die Daten hier ins Spiel? Wenn inneres Wachstum das Ziel ist, ist Technologie und sind Daten ein wunderbares Mittel, um dieses Ziel zu erreichen.  Wenn wir die richtigen Fragen stellen, können gute Daten uns die Antworten liefern, die wir brauchen, um eine bessere Arbeitswelt zu bauen, im Kleinen wie im Großen. Die wichtigste Frage ist in dem Zusammenhang die nach dem „Wozu?“ Sie zielt auf den Kern ethischer Datenerhebung ab und setzt etwas voraus, was sich zunächst nicht in Nullen und Einsen messen lässt: ein ehrliches Interesse an den Menschen um uns herum. Nur wenn wir aus einer positiven Grundhaltung heraus erfahren möchten, was unsere Kolleg*innen wirklich können, wissen und brauchen, ist neues Arbeiten auf Augenhöhe und ohne Statusdenken möglich – und Technologie nicht länger Selbstzweck.

Wir wollen Analytics FOR the people!

Was macht “gute Daten” noch aus und wie erkennen wir, ob sie nur einigen Wenigen nützen und Machtstrukturen verstärken oder tatsächlich geeignet sind, Unternehmen als lebendige Organisationen darin zu unterstützen, sich zu erneuern und zu öffnen? Wie kommen wir von “People Analytics” zu “Analytics FOR the People”?

Grafik: Daten sinnvoll - also im Sinne der Mitarbeitenden - nutzen: diese 5 Schritte können Ihnen dabei helfen: Nutzenfrage stellen; stetige Datenüberprüfung; Strukturen, die Datenvielfalt erlauben; gesunden Menschenverstand nutzen; Daten nutzen um besser, flexibler zu werden.
Daten sinnvoll – also im Sinne der Mitarbeitenden – nutzen: diese 5 Schritte können Ihnen dabei helfen.

Über die Autorinnen

Anna Kaiser und Jana Tepe sind die Gründerinnen und Geschäftsführerinnen von Tandemploy, einem vielfach ausgezeichneten Berliner Tech Start-up, das mit smarter Software und viel Herz die Arbeitswelt verändert. #einfachmachen lautet das Motto: alte Strukturen aufbrechen und neue Wege ausprobieren, gestützt durch die Möglichkeiten, die digitale Technologie bietet. Großkonzerne wie Mittelständler nutzen die Tandemploy-Software, um ihre ganz eigene digitale Transformation voranzutreiben – mit neuen Arbeitsmodellen, Lernformaten und einem Wissenstransfer auf Augenhöhe ganz ohne Abteilungsgrenzen. Anna und  Jana teilen ihre Vision von einer lebensfreundlichen Arbeitswelt als Autorinnen, Speakerinnen und beratend in Wirtschaft und Politik, etwa im Beirat „Junge Digitale Wirtschaft“ des Bundeswirtschaftsministeriums und im “Ethikbeirat HR-Tech”.

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