Die Rolle von HR – und ewig grüßt das Murmeltier.

Als Personaler kann man zur Zeit schon ins Grübeln kommen. Denn die Stimmen mehren sich, die dem Personalbereich abnehmende Relevanz bescheinigen oder ihn gleich ganz abschaffen wollen. „Die meisten Personalchefs liefern CEOs wenig Mehrwert. Zeit, die Personalabteilung aufzulösen und die Arbeit neu zu organisieren“, kommentiert etwa der Berater und Autor Ram Charan im Harvard Business Manager.

Der unterschätzte Vorstand
Und die Journalistin Julia Löhr sagt in der FAZ: „Was für Altkanzler Gerd Schröder das Familienministerium war, ist in den Chefetagen der Wirtschaft das Personalressort: Gedöns.“ Aus ihrer Sicht ist dies fatal, denn: Personalarbeit kann „über Gedeih und Verderb eines Unternehmens entscheiden“.

Deshalb hofft sie, die Personalvorstände würden bald eine Aufwertung erfahren. Doch viele Unternehmen verkennen die geschäftsrelevanten Herausforderungen, die nur ein stark positionierter Personalbereich meistern kann – ob es darum geht, eine moderne Arbeitswelt zu gestalten, eine kompetitive Belegschaft zu formen und strategisch zu führen oder die HR-Management-Prozesse zu digitalisieren und unternehmensweit zu integrieren.

Weinerlichkeit und Selbstbild
Wer schon einmal in einer Personalerrunde das Thema „Wertigkeit von HR“ angesprochen hat, wird sich noch lebhaft an die oft selbstmitleidige jedenfalls aber längliche und teils depressive Folgediskussion erinnern können. Weinerlichkeit macht aber nur selten attraktiv!

Den Vogel zum Selbstbild schoss aber vor eingier Zeit ein neu ernannter Personalchef eines großen Unternehmens, der freundlich aber im Brustton der Überzeugung sagte: „Ich habe zwar keine Ahnung von HR, aber lerne jeden Tag dazu.“ Da fragt man sich, wer nimmt solche Besetzungen vor und wer nimmt sie an? Als Gedankenspiel: das selbe Zitat von einem Finanzchef eines großen Unternehmens, ich habe zwar keine Ahnung von Finanzen, aber… Da kriegt man’s mit der Angst, oder?

Die Sprache des Top-Managements sprechen
Was tun? Ganz einfach: Nicht jammern, sondern machen! Und zu tun gibt es eine Menge. Kapital ist weltweit nahezu unbegrenzt verfügbar, gut ausgebildet MitarbeiterInnen nicht.Die Kritik bezieht sich damit wohl weniger auf HR als die HR’ler. Ein Zitat bringt es auf den Punkt: In God we trust all others bring data. Die Sprache der Unternehmung sind Zahlen. In dieser Sprache müssen HR Initativen abgefasst sein. Das verkennt nicht den menschenzugewandten Aspekt von Personalarbeit, sondern stellt sie nur in den richtigen Kontext. Das gilt für Performance Management und erfolgreiche M&A Integrationen genauso wie für eine effiziente und digitalisierte Personalarbeit.

HR-Verantwortliche müssen dabei mit dem Top-Management gekonnt und selbstbewusst in dessen Sprache sprechen – also zum Beispiel den CEO auf die personellen Implikationen eines geplanten Mergers aufmerksam machen, dem CFO den Return erforderlicher Investitionen in die Personlarbeit vorrechnen und dem CIO zeigen, wie sich die neue HR-IT-Infrastruktur in den IT-Bebauungsplan des Unternehmens einfügt.

Diskutieren wir mit!
Die Diskussion um HR geht weiter. Der Personalbereich muss sich an deren Spitze setzen, um die Deutungshoheit über seine eigene Rolle zu gewinnen – und zeigen, was er kann. Gedöns ist dann Geschichte.

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