Mit #NewWork zu #NextWork

Die Arbeitswelt ändert sich. Diskussionen rund um Digitalisierung und Arbeit 4.0 laufen auf allen Kanälen. Doch die Folgen für jeden einzelnen Arbeitsplatz werden dabei zu wenig in den Fokus gerückt – und damit auch die einhergehende Verantwortung des Einzelnen wie auch die der Unternehmen. Höchste Zeit, die „Zukunft der Arbeit“ proaktiv zu gestalten, veraltete Denkweisen abzulegen und neue Wege im Kontext von #NewWork und #NextWork einzuschlagen.

Agilität und Anpassungsfähigkeit unabdingbar für die digitale Transformation

Es ist längst ein Fakt: Unternehmen müssen agiler und anpassungsfähiger werden, um im globalen Wettbewerb zu bestehen und die digitale Transformation meistern zu können. Das erfordert selbstredend eine neue Art zu arbeiten. Auch wir bei Siemens erleben die Auswirkungen der Digitalisierung gerade auch als Vorreiter und Gestalter der Industrie 4.0 in unserem Marktumfeld und spiegeln diese Flexibilisierung in unserer Organisation und Arbeitsweise.

Dabei gestalten wir im Kontext von #NewWork jedoch nicht nur unsere Arbeitsumgebung neu und führen virtuelle und flexible Formen der Zusammenarbeit ein; wir beginnen vielmehr konkret, den notwendigen Kulturwandel „institutionalisiert“ zu unterstützen, indem wir Statuslevel abschaffen, Hierarchien zur Diskussion stellen und die Herausforderungen von Führung in einer sich wandelnden Arbeitswelt proaktiv thematisieren.

Experimentierfreudigkeit, Mut und Flexibilität

Zudem erfolgt die für den Kulturwandel so essenziell erforderliche Herausbildung und Fortentwicklung einer agilen, interdisziplinären Netzwerkorganisation – auf der Basis einer derzeit noch traditionell organisierten Wasserfallstruktur – durch die immer stärkere Auflösung der Silogrenzen sowie das Vorantreiben von Innovationsthemen, letzteres geschieht auch in Kooperation mit externen Partnern. An diesem Prozess sind nicht nur einzelne Akteure aus dem Bereich der Human Resources beteiligt; wichtig ist vielmehr, dass sich hier zudem unterschiedliche Fachbereiche und vor allem Verantwortliche aus allen Geschäftsfeldern mit einbringen. Nicht zuletzt deshalb, weil Markteinflüsse und Strukturwandel vor Ort in den Betrieben und bei den Kunden zuerst spürbar werden.

Noch vor zehn Jahren wäre all dies nicht denkbar gewesen. Doch die Größe und Vielfalt von Siemens ermöglicht es uns, mit völlig neuen Ansätzen innerhalb unserer eigenen Organisation zu experimentieren und diese passgenau umzusetzen.

Paradigmenwechsel einleiten

Die Diskussion rund um „Future of Work“ ist für uns dabei folglich kein Buzzword. Die fokussierte Auseinandersetzung mit #NewWork – also der übergeordneten Frage, wie wir zukünftig arbeiten wollen – ermöglicht uns den kontinuierlichen Fortbestand als Arbeitgeber und die Beschäftigung mit den Fragen nach #NextWork, die sich existenziell um die Tätigkeiten und Jobs der Zukunft drehen.

Gemeinsam mit unseren Arbeitnehmervertretern, Sozialpartnern sowie einem Netzwerk an externen Partnern gilt es einerseits, durch profunde Diskussion eine Orientierung in der Veränderung der Arbeitswelt zu geben und zugleich an der Weiterentwicklung unseres Unternehmens als lernende Organisation zu arbeiten. Wenngleich Orientierung nicht mit Sicherheit gleichzusetzen ist, so ermöglichen doch erst Transparenz und ein entsprechender Spielraum für Qualifizierung und individuelle berufliche Weiterentwicklung eine tatsächliche Entscheidungsfreiheit auf Seiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Eigenverantwortung hier gleichermaßen gefragt ist.

Mit einem ganzheitlichen Ansatz ins 21. Jahrhundert

Mit einem ganzheitlichen Ansatz für die essenziellen Herausforderungen unserer Arbeitswelt von morgen und ersten Antworten auf die Fragen, wie wir künftig arbeiten wollen und was, also welche Inhalte und Kompetenzen die Jobs von morgen mit sich bringen, übernehmen wir Verantwortung. Für unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Hieran knüpft sich die Erkenntnis, dass sich #NewWork und #NextWork nicht allein innerbetrieblich erschließen. Nur in der Verbindung interner und externer Expertise gelingt es, neue Wege der Gestaltung der Arbeitswelt einzuschlagen. In diesem Miteinander liegt auch eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes Deutschland.

 

Über den Autor

Dr. Jochen Wallisch, Executive Vice President Human Resources, SIEMENS AG, sitzt auf einem großen runden Sitzhocker und lacht in die Kamera.Dr. Jochen Wallisch verantwortet bei der Siemens AG die Bereiche Industrial Relations, Labor Law, Employment Conditions sowie Compensation and Benefits und führt Teile der Global HR Business Partners ebenso wie die Personalabteilung für Siemens in Deutschland. Darüber hinaus setzt er in dieser Funktion den Rahmen für die Ausgestaltung der „Zukunft der Arbeit“ bei Siemens, dies gemeinschaftlich mit den Sozialpartnern und weiteren Unternehmens- und Forschungspartnern. Zuvor war Jochen Wallisch CEO bei Eurowings und in leitenden Funktionen im HR bei der Lufthansa AG tätig. (Vita auf LinkedIn und Twitter)

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